Höhenflug der Grünen ist auch ein Triumph der im Journalismus dominierenden Weltsicht

Focus-Online Debatte vom 23.05.2011 von Hans M. Kepplinger

Den dauerhaften Erfolg von Bündnis 90/Die Grünen und ihren augenblicklichen Höhenflug kann man ohne die Macht der Medien und die Grundhaltungen von Journalisten nicht verstehen.

Nach Meinung der Bundestagsabgeordneten und der Berlin-Korrespondenten besitzen die Medien mehr Einfluss auf die Politik, als die Politik auf die Medien ausübt. Auf einer Skala von 0 („überhaupt kein Einfluss“) bis 10 („sehr großer Einfluss“) schreiben die Abgeordneten den Medien einen Einfluss von 8,18 auf die Politik zu. Die Journalisten schätzen ihn mit 7,04 ähnlich groß ein. Dagegen sehen Abgeordnete und Journalisten einen Einfluss der Politik auf die Medien von nur 5,32 beziehungsweise 6,20.

Wem kommt der Einfluss der Medien zugute? Bei der letzten Repräsentativbefragung von Journalisten anno 2005 erklärten 34 Prozent, sie stünden den Grünen nahe, 25 Prozent nannten die SPD. Berücksichtigt man nur jene, die eine Parteineigung nannten, bekannten sich satte 76 Prozent zu den beiden Parteien, die den Ausstieg aus der Kernenergie vereinbart haben.

Einen Schutzmechanismus bildet das Herunterspielen unangenehmer Themen. So verschwand die Schadstoffbelastung von Bio-Eiern 2010 schnell aus den Medien, und die Gefahr durch Solaranlagen bei Bränden wird kaum thematisiert. Auf diese Weise erscheinen vielen die Grünen als Partei, der man sich anvertrauen kann. Ihr Höhenflug ist aber auch die Folge der Machtverhältnisse zwischen Medien und Politik sowie ein Triumph der im Journalismus dominierenden Weltsicht.

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Der Höhenflug der Grünen ist auch ein Triumph der im Journalismus dominierenden Weltsicht

Hans M. Kepplinger

 


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